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Auslandspraktikum in Oxford bei BMW

Christoph Purrer (5WIA 2002/2003), Michael Unterberger
Abflug

Nach ca. 100 Minuten Flug mit der Ryan Air Maschine landete ich am 25.06.2002 sicher in Stansted bei London. Das Ticket für die nun folgende 3-stündige Busreise vom Flughafen Stansted nach Oxford City Centre hatte mir eine sehr freundliche Bekanntschaft aus dem vorangegangenen Flug besorgt. Mit keinem blassen Schimmer, einem Rucksack, einer Reisetasche und einem Zettel mit einer Adresse zu der ich gelangen sollte, stand ich dann einige Zeit später ziemlich allein im Zentrum von Oxford. Durch einen Wink des Schicksals, oder besser gesagt einem Taxi, gelangte ich aber letztendlich doch noch zu meinem vorläufigem Ziel: meiner Unterkunft. Mein freundlicher Vermieter hatte mich schon erwartet, und führte mich anschließend durch meine Wohnung welche in den nächsten fünf Wochen mein zuhause bilden sollte.

Aber zur besseren Erklärung springen wir lieber mal ein paar Monate zurück, genauer gesagt zum Jänner 2002. Dass regelmäßig Schüler unserer HTL ins Ausland fahren, um dort ein Praktikum zu absolvieren, hatte ich schon früher gewusst. Und so stand ich dann eines Tages vor Herrn Professor Pixner, welcher mir und einem Kollegen aus der M-Abteilung je eine Stelle bei Jaguar in Coventry bei London anbot. Da ich schon immer an einem Auslandspraktikum interessiert war, teils wegen des Verbesserns der Englischkenntnisse, teils aber auch, um mal „was Neues" zu sehen, und da ich sehr zuversichtlich war, verfasste ich in den nächsten Wochen einen englischen Lebenslauf und eine englische Bewerbung. Obwohl der Herr Professor guter Dinge war, dass wir eine Stelle bekommen würden, vergingen die Monate, ohne dass wir Genaueres in erfuhren. Termine wurden ausgemacht, E-Mails wurden verschickt, aber wir bekamen keine Gewissheit. Und dann irgendwann Mitte Juni haben uns dann die Leute von Jaguar abgesagt. Als ich schon dachte, dass alles vorbei sei, bevor es richtig anfangen hatte, hat dann der Professor Pixner noch schnell ein Kaninchen aus dem Hut gezaubert und mir und Michael Unterberger aus der letzten 5-AW eine Stelle bei BMW in Oxford verschafft. Die Organisation war zwar auch eine spannende Angelegenheit, was sicherlich nicht am Herrn Professor lag, doch zum Schluss ist alles gut gegangen. Wobei Herr Professor Pixner wirklich einen entscheidenden Anteil am guten Ausgang hatte, da ohne ihn die Auslandsjobs nicht möglich wären. Nicht nur dass er uns die Stelle im Ausland offerierte, er hat uns auch, Dank Frau Paula Evans von BMW, eine Wohnung besorgt und uns erklärt wie man ein Konto in England eröffnen kann (was wirklich ein sehr schwierige Angelegenheit ist, wie sich in den nächsten Wochen herausstellen sollte). Daher möchte ich mich an dieser Stelle nochmals ganz herzlich bei Herrn Professor Pixner bedanken.

Oxford

Warum ich aber dann trotzdem alleine nach Oxford geflogen bin, lag leider an der mangelnden Koordination von BMW, weshalb Michael erst eine Woche später in Oxford ankam. Kochen musste ich leider selber, was meine gar nicht vorhanden geglaubten Kochkünste wirklich zu Höchstleistungen antrieb. Das Wetter war zwar nicht besonders (meistens 18 Grad), aber ansonsten gab es an Oxford wirklich nicht viel auszusetzen. Die Häuser sind fast alle aus Backsteinziegeln gebaut, was wirklich sehr gut aussieht.

Die Arbeit bei BMW war wirklich toll. Das ca. 2500 Mitarbeiter umfassende Werk war nur 15 Gehminuten von meiner Wohnung entfernt, und die Leute waren wirklich sehr freundlich. Die nächsten 5 Wochen arbeiteten wir in der 65-Mann starken EK-5 Abteilung, im letzten Bürogebäude des Werkes. Unsere Aufgabe war es eine Multi-User Access Datenbank für die Definition und Abwicklung von Projekten der Abteilung und zum Stundenbuchen für die Mitarbeiter zu kreieren.

Auch die Verständigung war sehr einfach, da unter anderem der Abteilungsleiter aus Deutschland stammt, und die Leute es gewohnt sind mit Deutschsprachigen zu reden, welche schlecht Englisch reden. Das hat (von mir befürchtete) Verständigungsprobleme auf fast Null reduziert! Das Beste an der Arbeit war aber sicherlich das „Weekly Teambriefing" was jeden Freitag um ca. 10 Uhr stattfand, und bei dem es gratis Kaffee, Muffins und Doughnuts (das schreibt man wirklich so!) gab.

Fortgehen ist in Oxford so eine Sache. Zum einen ist der Alkohol sehr teuer („One Pint of Fosters" = 2,4 Pfund ~ 3,6 Euro), zum anderen machen die meisten PUBs um 23 Uhr 30 dicht. Leider gab es auch viele „über 21" Clubs, was unsere nächtlichen Touren oft auf den Supermarkt beschränkte. Dort sind die Getränke zwar auch noch immer teuer, aber dafür hat dieser von Montag 8 Uhr morgens bis Samstag 22 Uhr abends durchgehend geöffnet und Michael war zum Glück schon über 18 ….

BMW

Es gibt zwar in der 250000 Einwohnerstadt Oxford viele alte Universitäten und auch noch einige andere interessante Dinge zu bestaunen, leider wird das aber nach spätestens 2 Wochen ziemlich langweilig. Deshalb haben wir unsere freien Tage (vor allem Wochenenden) genützt, um an die Südküste Englands oder auch nach London zu fahren.

Mir hat die Zeit in Oxford wirklich sehr gut gefallen. Zum einen habe ich meine Kenntnisse in Access wirklich erheblich (von fast null) gesteigert, zum anderem habe ich erfahren wie das so ist in einem fremden Land zu arbeiten. Auch habe ich viele (deutschsprachige) Leute kennen gelernt. Zu einen waren da drei deutsche AZUBIs (Auszubildende!) aus dem BMW Werk München, welche in „meiner" Straße gewohnt haben. (Insgesamt waren ca. 20 von ihnen in ganz Oxford verstreut). Mit ihnen habe ich viel Zeit im „Prince of Wales" (ein PUB welches zufälligerweise genau zwischen dem BMW Werk und meiner Wohnung lag) verbracht. Zum anderen habe ich an meinem ersten Arbeitstag einen österreichischen Studenten aus Zipf (man bedenke ich stamme aus Frankenburg nur 5km entfernt!) bei BMW kennen gelernt.

Mit ihm habe 3 Wochen lang (vergeblich) versucht ein Konto zu eröffnen (die in England sind da wirklich sehr genau). Zum Schluss blieb BMW nur noch die Möglichkeit mein Gehalt auf das Konto der Sachbearbeiterin Paula Evans zu überweisen, welche mir das Geld dann bar ausbezahlte. Da mir abzüglich aller Kosten nur ca. 17 Euro übrig blieben, möchte ich mich hier an dieser Stelle noch bei der IFA (Internationaler Fachkräfteaustausch) bedanken, welche mir nachträglich eine finanzielle Unterstützung zukommen ließen.