Auslandspraktikum bei Voest Alpine London
Gerhard Moeslinger (5BW 2001/2002)
Mind the Gap!! Between the train and the Platform! Mind the Gap!!! (Vorsicht
Spalt! Zwischen dem Zug und der Plattform! Vorsicht Spalt!)
Diese Tonbanddurchsage ist wohl jedem bekannt, der schon einmal mit der U-Bahn
in London gefahren ist. Mir ging sie mit der Zeit schon auf die Nerven.
Am Samstag den 28.Juli 2001 bin ich allein vom Flughafen München nach London
Gatwick geflogen, um mein 5 wöchiges Auslandspraktikum bei Voest Alpine London
zu absolvieren. In der „Multikulti“ Stadt gelandete, holte mich meine Cousine
vom Flughafen ab. Daher war es für mich auch kein Problem meine Unterkunft zu
finden. Diese befand sich in Ealing etwa 15min vom der U-Bahn Station Ealing
Broadway entfernt. Ich hatte ein kleines Zimmer mit einem Fernseher. In der
Unterkunft konnte ich das Bad benutzen und bekam ein Frühstück. Die Vermieter
war eine 63 jährige alleinstehende Großmutter. Sie gab mir gute Tipps für
London und erzählte mir viel über Politik und Sport.
Meine Arbeitsstätte, das Voest Alpine Stahl London Büro war im Stadtteil
Hammersmith und nur 5 Stationen von meinem Wohnort entfernt. Dieses Büro ist
zuständig für den Stahlvertrieb der VA Stahl am Markt von Großbritannien und
hat 7 Mitarbeiter. Der Geschäftsführer Wolfgang Mitterdorfer kommt aus Gmunden,
David aus Tirol, Silke aus Wankham, Elli aus Niederösterreicherin, Catherina
aus Deutschland, Maria aus Portugal und Geoff aus England. Ich hatte meinen
eigenen Schreibtisch mit Computer und Internetanschluss.
Zu meinen Aufgaben zählte die Installierung einer Adressdatenbank plus Eingabe
der Daten am Netzwerk, eine Marktanalyse für Vorspanndraht und Kugellagerdraht
für Großbritannien, die Zusammenstellung einer Kundenmappe und sonstige
Tätigkeiten, welche während eines Tages in einem Büro anfallen. Zu Mittag hatte
ich die Möglichkeit in der Büroküche zu essen. Die Arbeitszeiten waren für mich
von 9 Uhr bis 17 Uhr angesetzt. (Freitag 14 Uhr). Die Mitarbeiter haben mich
sehr freundlich aufgenommen und sie gaben mir auch gute Tipps für mein weiteres
Leben. Von der VA bekam ich die Unterkunft, das U-Bahn und Bus Ticket für Zone
2, 3, sowie ein Taschengeld.
Neben der Arbeit hatte ich natürlich Zeit mir London anzuschauen. An Freitag
und am Samstag bin ich meistens ausgegangen. Pubs gibt es in London zur Genüge,
nur müssen diese schon um 23 Uhr per Gesetz schließen. Nachher kann man dann in
die Clubs (Discos) gehen. Meine Sightseeing Tours bestritt ich meisten allein
am Wochenende. Ich war am Leicester Square, Covent Garden, Camden Market, Tower
Bridge, Houses of Parliament, Big Ben, Eye of London, Nothing Hill Carneval,
Greenwich.....
Zu meinen positiven Erfahrungen in London zähle ich meine neuen Erfahrungen in
der englischen Sprache, neue Leute kennen zu lernen, alleine für mich zu
sorgen, eine neue Kultur zu erleben, die Arbeit, das Besichtigen der Stadt,
Fortgehen und im Ausland zu sein.
Natürlich gab es auch negative Punkte während meines Aufenthaltes. London ist
sehr teure Stadt besonders in der Gastronomie (1/2 Bier kostet ca.57 S)und die
Eintritte in diverse Clubs. Sowie teilweise sehr strenge Bestimmungen, um in
die Clubs rein zu kommen.
In meiner ersten Wochen explodierte am Donnerstag um Mitternacht eine IRA
Autobombe, ca. 15 min von meinem Wohnort entfernt. Es wurde glücklicherweise
niemand getötet, trotzdem gab es 7 schwer verletzte. Der Stadtteil war dann für
eine längere Zeit gesperrt. Sehr getroffen hat mich auch der Tod des damaligen
Voest Alpine Stahl Vorstandsvorsitzenden Dr. Peter Strahammer, welcher an
22.Aug auf tragische Weise verunglückte. Diese Nachricht war ein Schock für das
ganze Büro. Abgesehen davon, überwiegen aber die erfreulichen Erfahrungen und
Augenblicken, und ich habe die Entscheidung nach London zu gehen nie bereut. An
dieser Stelle möchte Ich mich noch bei Prof. Anton Pixner und bei Voest Alpine
Stahl bedanken, die mir diese Erfahrung ermöglichten.
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