Emmanuel Mbolela – Mein Weg vom Kongo nach Europa

Politische Verfolgung oder grenzenlose Armut treibt viele Menschen aus ihrer afrikanischen Heimat nach Europa; oft endet diese Flucht tragisch im Mittelmeer. Einer, der es geschafft hat und die unfassbaren Bedingungen seiner fünfjährigen Flucht nun aufgeschrieben hat, ist der Kongolese Emmanuel Mbolela. Seine autobiografische Erzählung „Mein Weg vom Kongo nach Europa“ wurde nicht nur im Parlament vorgestellt; auch sechs Klassen unserer Schule hatten die Ehre, den Autor begrüßen zu dürfen.

Emmanuel Mbolela will mit seinen Lesungen darüber aufklären, warum Menschen ihre Heimat verlassen, wie Migrationswege verlaufen, wie ausgeliefert Flüchtlinge geldgierigen Schleppern, gewalttätigen Polizisten und korrupten Grenzbeamten sind, wie Vergewaltigungen von Frauen, Hunger, Schlafmangel, Kälte und Willkür ihr Leben bestimmen.

In Marokko gründet er nach den vielen schrecklichen Eindrücken während seiner Flucht, nur mit seinem Auftreten und seiner Bildung als Kapital, die ARCOM, die kongolesische Vereinigung der Flüchtlinge und Asylwerber und tritt in der Folge mit Menschenrechtsgruppen in Kontakt.

Nach vier Jahren kann er in die Niederlande ausreisen, wo er heute in Dordrecht lebt. Als neue Erfahrung erweisen sich die extrem ausbeuterischen Arbeitsbedingungen, denen dort vor allem ausländische Arbeitskräfte unterliegen. Trotz dieser belastenden Situation studiert der Autor nun wieder Wirtschaft, da seine Zeugnisse in Amsterdam nicht anerkannt werden. Irgendwann, so ist er sich sicher, wird er in den Kongo zurückkehren . Bis dahin lässt er als „Flüchtlingsbotschafter“ sein Buch sprechen.

„Emanuel Mbolelas Buch ist deshalb so beeindruckend, weil es nicht nur ein Buch der mutigen, detailgenauen Brandmarkung ist, sondern auch ein Buch der unausrottbaren Hoffnung. Ein Buch des Widerstandes, des Aufstandes, des Gewissens.“ (Jean Ziegler)

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09.11.2014